Kreditkartenabrechnung in Lexware Office richtig buchen – Prepaid, Debit & Kreditkarte
15. Februar 2026 · 12 Min. Lesezeit
Die Kreditkartenabrechnung ist einer der häufigsten Stolpersteine in der Buchhaltung für Selbstständige. Wo buche ich die Einzelumsätze? Warum stimmt die Sammelbuchung auf dem Bankkonto nicht mit den Belegen überein? Und wie verhindere ich ein buchhalterisches Chaos?
Die Antwort hängt davon ab, welche Art von Kreditkarte Sie nutzen. In diesem Guide erklären wir die drei häufigsten Kartenarten und den jeweils korrekten Buchungsworkflow in Lexware Office.
Die drei Arten von Kreditkarten – und warum das für die Buchhaltung wichtig ist
| Kartentyp | Funktionsweise | Abrechnung | Eigenes Konto nötig? |
|---|---|---|---|
| Prepaid | Vorab Guthaben aufladen, dann bezahlen | Abrechnung über aufgeladenes Guthaben | ✅ Ja |
| Kreditkarte (Charge) | Zahlung auf Kredit, monatliche Sammelabbuchung | Monatliche Gesamtabrechnung | ✅ Ja |
| Debitkarte | Sofortige 1:1 Abbuchung vom Girokonto | Keine separate Abrechnung | ❌ Nein |
⚠️ Der häufigste Fehler
Viele Selbstständige versuchen, alle Kreditkartenbelege der Sammelbuchung auf dem Bankkonto zuzuordnen. Das führt zu Chaos! Bei einer Prepaid-Karte stimmen die Beträge fast nie – weil das Guthaben selten auf 0 aufgebraucht wird. Lösung: Kreditkarte als eigenes Konto in Lexware Office anlegen.
Schritt 1: Kreditkarte als Bankkonto in Lexware Office anlegen
Der sauberste Weg für Prepaid- und Charge-Kreditkarten: Legen Sie die Karte als eigenes Offlinekonto in Lexware Office an.
- Navigieren Sie zu Finanzen → Konten
- Klicken Sie auf „+ Konto hinzufügen"
- Wählen Sie „Offlinekonto"
- Vergeben Sie einen eindeutigen Namen, z. B. „Kreditkarte Visa Business"
- Optional: Legen Sie die Kontonummer fest (z. B. die letzten 4 Ziffern Ihrer Karte)
Alternativ bieten viele Banken eine direkte Kreditkartenanbindung über die Bankschnittstelle an. Prüfen Sie unter Finanzen → Konto hinzufügen, ob Ihre Bank/Karte als Online-Anbindung verfügbar ist. Wenn ja, werden die Umsätze automatisch importiert.
💡 Pro-Tipp
Nutzen Sie für Ihr Business immer eine eigene Kreditkarte – trennen Sie geschäftliche und private Ausgaben konsequent. Das spart bei der Steuererklärung enorm viel Zeit und vermeidet Fehler bei der Vorsteuer-Zuordnung.
Schritt 2: Buchungsworkflow nach Kartentyp
Workflow A: Prepaid-Kreditkarte
Bei der Prepaid-Karte wird erst aufgeladen, dann bezahlt:
- Aufladung buchen: Sie überweisen z. B. 500 € von Ihrem Geschäftskonto auf
die Kreditkarte
- Bankkonto: 500 € Geldabgang
- Kreditkartenkonto: 500 € Geldeingang
- → Buchen Sie den Geldabgang auf dem Bankkonto als „Umbuchung" zum Kreditkartenkonto
- Einzelzahlungen buchen: Auf dem Kreditkartenkonto erscheinen die einzelnen
Zahlungen
- Ordnen Sie jedem Umsatz den passenden Beleg (Rechnung, Quittung) zu
- Wählen Sie die korrekte Ausgabenkategorie
- Neue Aufladung: Wenn das Guthaben aufgebraucht ist, laden Sie erneut auf → Workflow beginnt von vorn
Workflow B: Charge-Kreditkarte (die „normale" Kreditkarte)
Bei der Charge-Karte wird erst bezahlt, dann abgerechnet:
- Einzelzahlungen buchen: Auf dem Kreditkartenkonto erscheinen die einzelnen
Zahlungen im Laufe des Monats
- Ordnen Sie jedem Umsatz den passenden Beleg zu
- Das Kreditkartenkonto zeigt einen wachsenden negativen Saldo (= Ihre Schuld gegenüber der Bank)
- Monatsabrechnung buchen: Am Monatsende bucht die Bank die Gesamtsumme von
Ihrem Girokonto ab
- Bankkonto: Geldabgang in Höhe der Gesamtsumme
- Kreditkartenkonto: Geldeingang in gleicher Höhe → Saldo wieder bei 0
- → Buchen Sie den Geldabgang auf dem Bankkonto als „Umbuchung" zum Kreditkartenkonto
Workflow C: Debitkarte – der einfache Fall
Bei der Debitkarte werden Zahlungen sofort 1:1 vom Girokonto abgebucht. Es gibt keine separate Kreditkartenabrechnung.
- Sie brauchen kein eigenes Konto in Lexware Office
- Ordnen Sie die Abbuchungen auf dem Bankkonto direkt den Belegen zu
- Der Workflow ist identisch mit normalen Banküberweisungen
Sonderfälle und häufige Fragen
Jahresgebühr der Kreditkarte
Die Jahresgebühr ist eine Betriebsausgabe und wird als „Kontoführungsgebühren" oder „Nebenkosten des Geldverkehrs" (SKR04: 6855 / SKR03: 4970) gebucht. In Lexware Office wählen Sie einfach die Kategorie „Kosten der Kontoführung".
Kreditkartenzinsen
Falls bei einer Revolving-Kreditkarte Zinsen anfallen, sind diese als Zinsaufwand buchbar – Kategorie „Zinsen und ähnliche Aufwendungen".
Fremdwährungen und Umrechnungskurse
Haben Sie im Ausland in Fremdwährung bezahlt, zeigt die Kreditkartenabrechnung den umgerechneten Euro-Betrag. Buchen Sie diesen Betrag. Eventuelle Währungsumrechnungsgebühren sind als Nebenkosten des Geldverkehrs buchbar.
Rückbuchungen und Gutschriften
Wenn Sie eine Zahlung zurückerhalten (Retoure, stornierter Kauf), erscheint eine Gutschrift auf dem Kreditkartenkonto. Buchen Sie diese als Stornobuchung zur ursprünglichen Ausgabe.
💡 Pro-Tipp: CSV-Import als Alternative
Wenn Ihre Kreditkarte keine direkte Bankanbindung unterstützt, können Sie die Umsätze als CSV-Datei exportieren und in das Offlinekonto importieren. So sparen Sie sich die manuelle Eingabe der Einzelumsätze. Wie das geht, erfahren Sie in unserem CSV-Import Guide.
Checkliste: Kreditkarte in Lexware Office
- ✅ Geschäftliche Kreditkarte nutzen (privat/geschäftlich trennen)
- ✅ Kartentyp identifizieren (Prepaid, Charge oder Debit)
- ✅ Bei Prepaid/Charge: Eigenes Konto in Lexware Office anlegen
- ✅ Einzelumsätze auf dem Kreditkartenkonto den Belegen zuordnen
- ✅ Sammelabbuchung auf dem Bankkonto als Umbuchung buchen
- ✅ Monatlich prüfen: Kreditkartenkonto-Saldo = 0 (bei Charge)
- ✅ Jahresgebühr als Betriebsausgabe erfassen
Kreditkartenbuchungen richtig zuordnen
Der häufigste Fehler bei Kreditkartenbuchungen: Die Abrechnung als eine einzige Buchung erfassen, statt die einzelnen Transaktionen den richtigen Kategorien zuzuordnen.
So machen Sie es richtig:
- Einzelbuchungen: Jede Kreditkartentransaktion muss einer Ausgabenkategorie zugeordnet werden (Bewirtung, Büromaterial, Reise etc.)
- Belege zuordnen: Laden Sie für jede Transaktion den passenden Beleg hoch
- Private Nutzung trennen: Privattransaktionen auf der Business-Kreditkarte als private Entnahme buchen
- Vorsteuer prüfen: Bei jeder Buchung den korrekten Steuersatz erfassen
💡 Pro-Tipp
Nutzen Sie eine separate Business-Kreditkarte ausschließlich für geschäftliche Ausgaben. So vermeiden Sie die aufwändige Trennung privater und geschäftlicher Transaktionen und haben bei der Betriebsprüfung einen sauberen Nachweis.
Fremdwährungen und Kreditkarte
Bei Zahlungen in Fremdwährung (z. B. Software-Abos in USD) sind besondere Buchungsregeln zu beachten:
- Umrechnungskurs: Es gilt der Kurs zum Zeitpunkt der Abbuchung, nicht der Transaktion
- Fremdwährungsgebühren: Die Kartengebühr ist eine separate Betriebsausgabe
- Vorsteuer: Bei Leistungen aus dem EU-Ausland greift ggf. das Reverse-Charge-Verfahren
Jahresgebühren und Zinsen als Betriebsausgabe
Die Jahresgebühr Ihrer Business-Kreditkarte ist vollständig als Betriebsausgabe absetzbar. Eventuelle Zinsen bei Teilzahlung ebenfalls – allerdings sollten Sie Teilzahlung vermeiden, da die Zinsen meist deutlich über 15 % liegen.
Fazit: Kreditkarte als Buchhaltungs-Werkzeug
Eine korrekt eingerichtete Business-Kreditkarte in Lexware Office automatisiert einen Großteil Ihrer Ausgabenbuchungen. Nutzen Sie den automatischen Bankabgleich, ordnen Sie Belege zeitnah zu und halten Sie private Nutzung konsequent getrennt.
Kreditkartenabrechnung und UStVA
Bei der Umsatzsteuervoranmeldung gelten für Kreditkartenabrechnungen besondere Regeln:
- Zeitpunkt der Ausgabe: Es zählt das Datum der Kreditkartentransaktion, nicht das Datum der monatlichen Abrechnung
- Vorsteuer: Die Vorsteuer können Sie in dem Monat geltend machen, in dem die Leistung erbracht und die Rechnung ausgestellt wurde
- Anbieter-Rechnungen: Bei Online-Käufen gilt die Rechnung des Anbieters als Beleg, nicht die Kreditkartenabrechnung selbst
Typische Kreditkarten-Betriebsausgaben
Diese Ausgaben werden häufig per Kreditkarte bezahlt und sind voll absetzbar:
- Software-Abos: Adobe, Microsoft 365, Cloud-Hosting, SaaS-Tools – oft nur per Kreditkarte zahlbar
- Online-Werbung: Google Ads, Facebook/Instagram Ads, LinkedIn Ads
- Geschäftsreisen: Flüge, Hotels, Mietwagen, Bahntickets
- Bewirtungskosten: Restaurant-Rechnungen bei Kundenterminen (70 % absetzbar)
- Fachliteratur: Online-Kurse, E-Books, Fachmagazine
Kreditkarte korrekt einrichten?
Wir richten Ihre Kreditkarte in Lexware Office ein – inklusive Offlinekonto, Bankanbindung und automatischer Belegzuordnung.